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Kündigung wegen Mitnahme eines Kinderreisebettes aus dem Müll

Das Landesarbeitsgericht (LAG) Baden-Württemberg hat in seiner Entscheidung vom 10.2.2010 ausgeführt, es liege "an sich" ein Grund für eine Kündigung vor, wenn der Mitarbeiter eines Entsorgungsunternehmens ein im Müll befindliches Kinderreisebett aus dem Müll nehme, vor Ort gleich zusammenbaue, danach wieder demontiere und offen in seinem PKW transportiere. Der Mitarbeiter konnte seinen Arbeitsplatz dennoch behalten. Den Hals gerettet hat dem Mitarbeiter dabei nur seine über acht Jahre bestehende Betriebszugehörigkeit (davon sieben Jahre beanstandungsloser Zusammenarbeit) und der Umstand, dass das Bett unmittelbar zur Entsorgung anstand, ein wie auch immer gearteter Wert nicht festgestellt werden könne. Allerdings habe das Unternehmen das Recht, ihre Mitarbeiter anzuweisen, zur Entsorgung anstehende Gegenstände nicht mitzunehmen, derartiges sei auch für die Mitarbeiter eindeutig bindend. Streitig war hier, ob es eine dem Mitarbeiter bekannte Weisung gab, auch solche, an sich völlig wertlose Gegenstände mitzunehmen, was der Mitarbeiter natürlich bestritt. Die Interessenabwägung - so das LAG - lasse das Interesse des Mitarbeiters an einer Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses gegenüber dem Interesse der Arbeitgeberin an einer Beendigung überwiegen. Fristlos konnte hier also nicht gekündigt werden, aber auch nicht ordentlich, wie das LAG meinte, die Prognose hinsichtlich der künftigen Zusammenarbeit sei nicht so ungünstig, dass man sich wie vom Unternehmen gewünscht trennen müsse.. Urteil des LAG Baden-Württemberg vom 10.2.2010, Az. 13 Sa 59/09 Aber: Anlass zur Sorglosigkeit gibt auch dieses Urteil nicht. Die Kündigung ist erst am allerletzten Prüfungspunkt gekippt. Jede Zuwiderhandlung gegen Vermögenswerte oder -interessen des Arbeitgebers kann umgehend schwerwiegende Konsequenzen haben.

 

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